Webdesign ohne Dark Patterns mit Checkliste

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Dark Patterns sind manipulative Tricks, mit denen Menschen zu etwas gebracht werden, was sie eigentlich nicht tun möchten. Kund:innen zu täuschen, auszutricksen und zu manipulieren tun sehr, sehr viele Webseiten. Laut einer EU-Studie nutzen 97% der populärsten Webseiten Dark Patterns. Falls du wie ich keine Dark Patterns in deinem Webdesign anwenden möchtest, hab ich dir hier die wichtigsten Punkte, wie du dies umsetzen kannst, zusammengeschrieben.

Falls du noch nicht genau weisst, was Dark Patterns sind und gerne ein paar Beispiele dieser Schurken anschauen möchtest, empfehle ich dir, meinen Auflistung von Dark Patterns dazu zu lesen.

Und falls du nicht genau weisst, warum du dein Webdesign lieber ohne Dark Patterns umsetzen solltest (obwohl sie doch so gut funktionieren), habe ich dir hier 6 gute Gründe.

Nutzt du unbewusst Dark Patterns in deinem Webdesign?

Es kann durchaus sein, dass gewissen Plugins auf Wordpress ein Dark Pattern integriert haben und du so unbewusst eins im Einsatz hast. Es lohnt sich also, deine Webseite einmal gründlich aus Kundenperspektive zu checken.

Mein Cookie-Banner-Plugin hat zum Beispiel als Standarteinstellung einen sehr unscheinbaren „Ablehnen“-Button, während der „Annehmen“-Button deutlich hervorsticht. Das ist ein Dark Pattern was „Misdirection“ heisst.

Wie gestalte ich meine Website nun ohne Dark Patterns?

Die kurze Antwort: Einfach all diese Dark Patterns umgehen :D. Aber ich nehm an, dass du eine etwas ausführlichere Antwort möchtest. Hier kommt deine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Checkliste

  1. Mach dich schlau, welche Dark Patterns es gibt.
    Damit du Dark Patterns erkennst, ist es sinnvoll, dich einmal ins Thema einzuarbeiten (oder deiner/m Webdesigner:in den Auftrag zu geben). Das dapde hat zum Beispiel eine sehr gute Übersicht mit allen möglichen manipulativen Tricks.
  2. Informiere dein:e Webdesigner:in, dass du all diese Dark Patterns nicht auf deiner Webseite willst
    Falls du die Seite selbst designst, fällt dieser Punkt natürlich weg, respektive solltest du dann natürlich selber acht geben bei der Gestaltung.
  3. Brainstorme, wie deine Kund:innen sich auf deiner Webseite fühlen sollen
    Hilft übrigens auch, wenn du dich selbst beobachtest auf verschiedenen Webseiten. Was gefällt dir? Was magst du? Und was nicht? Willst du, das andere sich auf deiner Webseite gestresst, unter Druck, nicht gut genug oder sonst irgendwie unwohl fühlen?
  4. Lege ein Design fest (oder lasse es durch dein:e Webdesigner:in machen)
    Das heisst konkret: Welche Farben, Schriften (-Grössen) und Bilder kommen vor? Wie sollen deine Buttons aussehen, wie der Warenkorb? Denn mit einem durchgängigen Corporate Design schliesst du einige Dark Patterns schon aus. Zum Beispiel, dass im Cookie-Banner die „Ablehnen“-Funktion farblich sehr unauffällig daher kommt. Button ist Button, also bekommen sie die gleiche Farbe.
  5. Nutze dieses Corporate Design überall auf der ganzen Webseite
    Einheitliche Schriftgrössen und Farben helfen nicht nur dabei, Kund:innen nicht auszutricksen, sondern ergeben auch ein sehr stimmungsvolles Gesamtbild.
  6. Sei ehrlich, transparent, klar und verständlich in der Kommunikation und im Design
    Fake Testimonials, künstliche Verknappung? Das ist weder ehrlich, noch transparent. Also bitte rausstreichen.
  7. Verwende eine klare, einfache Sprache
    Komplizierte, verschachtelte und negierte Sätze kannst du von mir aus in deinem Blog nutzen, aber nicht, wenn es um etwas geht, wo Kund:innen irgendetwas zustimmen müssen.
  8. Kontrolliere deine fertige Seite mit der Checkliste
    Jede Seite anschauen und zu kontrollieren dauert zwar, aber es lohnt sich. Du kannst auch noch eine:n Kolleg:in oder Freunde bitten, sich einmal durchzuklicken und Feedback geben, ob sie noch ein Dark Pattern entdeckt haben (bitte vorher die Personen dementsprechen aufklären).

Checkliste – how to webdesign ohne Dark Patterns

durchgehendes Corporate Design nutzen

  • durchgehendes Farb- und Schriftkonzept auf der ganzen Webseite anwenden
  • alle Buttons gleich gestalten – und zwar auch für alle unterschiedlichen Optionen
  • alle Optionen, die Kund:innen haben, als gleichwertig darstellen
  • Schriftgrössen nutzen, die man auch lesen kann
  • klare Kontraste nutzen – das hilft auch Menschen mit Sehbehinderung
  • Buttons so gross gestalten, dass sie (vor allem in der Mobileversion) gut mit jeglicher Fingergrösse geklickt werden kann

klare, einfache und transparente Texte schreiben

  • Witzige Texte sind gut, solange sie Menschen nicht zu etwas zwingen
  • keine verschachtelten, komplexen und negierten Sätze verwenden – vor allem dann nicht, wenn Kund:innen sich für etwas entscheiden müssen
  • keine unnötige Angst, Scham oder sonstige negativen Emotionen mithilfe von Sprache hervorrufen (kein Confirmshaming)

ehrlich, transparent und klar sein als Unternehmen

  • übliche „Patterns“ nicht missbrauchen: Das X Symbol ist in der digitalen Welt die Schliessen-Funktion. Also soll sie genau das tun.
  • Schliessbutton nicht verstecken (z.B. bei Pop-Ups)
  • Nur echtes Kundenfeedback nutzen
  • Ehrlichen Lagerbestand angeben.
  • Fragen oder Probleme der Kunden ansprechen und auf der Webseite kommunizieren
  • Werbung klar kennzeichnen
  • keine Mondpreise: unrealistische hohe Preise mit unglaublichen Rabatten suggerieren vielleicht ein Schnäppchen, was gar keins ist. Kommuniziere also auch deine Preise ehrlich.

Kundenfreundlichkeit ins Zentrum setzen

  • wenn Zusatzprodukte aufgelistet sind, diese nicht standardmässig angeklickt haben
  • alle Optionen klar und übersichtlich darstellen
  • alle Kosten von Anfang an ersichtlich machen
  • kurze Kundenreisen in wenigen Klicks – egal für was
  • Kundenkonto designen, das man einfach erstellen und löschen kann

Du kannst diese Checkliste gerne auch an andere Selbstständige weiterschicken 🙂

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