Affirmationen für (achtsame) Selbstständige

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„Ich erlaube mir, Pausen zu machen.“ Dieser Satz auf meinem Schreibtisch erinnert mich immer wieder daran, dass ich auch beim grössten Spass während dem Designen Pausen machen darf. Dass nicht immer alles fertig sein muss, bis ich mir eine Unterbrechung gönne. Weil ich sonst die bin, die fix und fertig ist 😉

Dieser Satz ist eine positive Affirmation – eine Aussage, die dich daran erinnert, dass du insgesamt liebevoll und achtsam mit dir umgehen darfst. 

In diesem Artikel widmen wir uns mal dem Mindset – unserem Kopf und seinen Gedankenkonstrukten.

So funktionieren Affirmationen (nicht)

In gewissen Kreisen sind Affirmationen sozusagen Zaubersprüche, die man nur 100x am Tag dem eigenen Spiegelbild sagen muss und dann wird man reich, schön, erfolgreich, … Dabei werden meiner Meinung „schwierige“ Gefühle wie Angst, Trauer oder Wut einfach weggeredet und verdrängt.

Diese Gefühle gehören aber genauso zu uns, wie Liebe und Freude. Glaubenssätze und Muster, die wir uns seit der Kindheit angeeignet haben, können aber einiges von unserer Lebensfreude verringern. Und da ist es hilfreich, zu schauen, woher diese Sätze kommen und ob wir nicht stattdessen einen positiveren Satz – eine Affirmation – denken wollen. 

Ich hatte zum Beispiel eine Phase, in der ich mich grundsätzlich einfach nicht mochte. „Ich liebe mich von Kopf bis Fuss“ hat sich bei mir eher angefühlt, als ob ich mich da grad selbst belüge. Also habe ich mit kleinen Schritten angefangen: „Ich kann lernen mich zu akzeptieren“. Und dann „Ich bin in Ordnung, so wie ich bin“ oder „ich bin gut genug“.

➜ Der Trick ist also, dass es ein Satz sein muss, der sich stimmig anfühlt, an den du tatsächlich glaubst.

Was sind Glaubenssätze?

Kennst du die fiese innere Stimme, die dir Selbstzweifel und Sorgen einreden will? Sie repetiert die Glaubenssätze, die Denkgewohnheiten, die dir so vertraut sind, dass du sie (meist ohne Hinterfragung) für wahr hälst. Diese Sätze haben wir uns in unserer Kindheit angeeignet – entweder, weil sie uns immer wieder eingeprägt wurden («Du bist viel zu laut, sei still») oder durch das Beobachten unseres Umfeldes uns selbst solche Sätze zusammengereimt haben («Ich bekomme nur Liebe, wenn ich ganz brav und angepasst bin»).

Diese Sätze sind eine Art Überlebensstrategie, die uns das ganze Leben prägen können.

Egal ob du selbstständig bist oder nicht, ich finde es immer wieder unglaublich befreiend, meine Glaubenssätze kennenzulernen und sie Schritt für Schritt aufzulösen. Zum Beispiel, indem ich durch Inspirationskärtchen immer wieder an den positiven, neuen Satz erinnert werde.

Warum Affirmation für Selbständige?

Natürlich können Affirmationen allen Menschen helfen, denn es gibt Affirmationen zu allen Lebensbereichen. Als Selbstständige haben wir sehr viel Verantwortung für uns selbst und für unser Business. Was als Angestellte:r vielleicht noch dein:e Chef:in gemacht hat, machst jetzt alles du. Mit Kund:innen sprechen, Preise verhandeln oder mit irgendwelchen Ämtern in Kontakt zu treten.

Das braucht meist ne Menge Mut, Selbstvertrauen und Gelassenheit.

Aber woher nimmt man die jetzt? Ist ja nicht so, als ob man das einfach bei der Anmeldung des Gewerbes als Extra-Päckchen bekommt (leider). Vielleicht gehörst du zu der Gruppe Menschen, die das schon in die Wiege gelegt bekommen haben – ich gehöre leider nicht dazu.

Deswegen finde ich Affirmationen so wertvoll für Selbstständige. Du kannst sie dir an den Rechner, an die Kaffeemaschine oder an den Spiegel kleben. Oder sie bevor du zu Arbeiten beginnst, laut vorlesen. Was auch immer für dich stimmt.

So wirst du immer wieder mit dem positiven und achtsamen Satz daran erinnert, dass du an dich selber glauben kannst.

 

Achtung Falle: Selbstperfektionierung vs. Selbstoptimierung

Egal ob du andere Webseiten, Social Media Profile oder Selbständige beim Networking siehst – man findet immer was, was andere besser können. Darauf kann man unterschiedlich reagieren. Du könntest sie als Inspiration sehen, von ihnen lernen. Oder, was bei mir häufiger der Fall ist: «Ohje, ich werde nie erfolgreich, weil Simon:e das viel besser kann und sowieso viel toller ist als ich». Ich werte mich also ab und denke, dass ich erst wieder gut genug bin, wenn ich die gleichen Fähigkeiten habe wie Simon:e (lasse aber dabei ausser Acht, dass ich vielleicht andere Dinge besser kann als Simon:e).

Dieses Phänomen wird eigentlich Selbstoptimierung genannt. Ich finde aber, dass dieser Begriff nicht wirklich passt. Deswegen nenn ich es einfach Selbstperfektionierung.

Perfektionierung ist nämlich was ganz Anderes als Optimierung. Laut Duden ist das Optimum ein „(unter den gegebenen Voraussetzungen, im Hinblick auf ein Ziel) höchstes erreichbares Maß“. Kurz und einfach gesagt: Die bestmögliche Lösung unter den gegebenen Umständen mit verfügbaren Mitteln zu erreichen.

Perfektionierung ist für mich aber mehr als das. Hier geht es nämlich, nicht die bestmögliche, sondern schlichtweg die perfekte Lösung zu erreichen, egal wie viele Ressourcen das braucht.

Für mich sind Affirmationen ein Weg zur Optimierung, nicht zur Perfektionierung. Weil ich mir nämlich sagen kann: „Ich bin gut genug“, „Ich darf Fehler machen, auch als Selbständige“ oder „Ich definiere selbst, was Erfolg für mich bedeutet.“

Vielleicht möchtest du herausfinden, ob du in die Falle getappt bist?

Warum willst du dich verändern? Ich merke das meist an einem einzigen Satz: „Ich bin gut genug“. Wenn ich spüre, wie sich alles in mir zusammenzieht, als ob ich in eine Zitrone gebissen hätte, weiss ich: Ich versuche gerade mich zu perfektionieren und gehe dabei nicht achtsam mit mir um.

Was ist also die Motivation?

Weil du dich nie gut genug fühlst, so wie du jetzt bist? Du immer noch eine Karottenlänge vom Gutfühlen entfernt bist, weil mit jedem Schritt auch wieder ein weiteres, entfernteres Ziel ins Auge gefasst wird?

Oder weil du unter einem Muster / Glaubenssatz leidest und dich davon lösen möchtest, um befreiter deinen Weg zu gehen?

Wo finde ich Affirmationen

Affirmationen gibt es überall – in Büchern, im Internet oder auf Kalendern. Oder in meinen Inspirationskärtchen 😉 Da habe ich 20 achtsame Affirmationen für Selbstständige gesammelt und liebevoll designt. Falls du sie dir mal angucken willst: Hier findest du sie.

Meine momentanen Top 5 Affirmationen für Selbständige:

  • Ich bin immer gut genug.
  • Ich definiere selbst, was für mich Erfolg bedeutet.
  • Es passiert mir nichts, wenn ich anfange.
  • Ich verdiene es, fair bezahlt zu werden.
  • Ich darf Fehler machen, auch als Selbständige:r.

Oder du schreibst dir deine eigenen, positiven Sätze auf. Vielleicht hast du ja Angst, dich (online) zu zeigen? Dann wäre vielleicht die Affirmation „Ich darf mich so zeigen, wie ich bin.“ was für dich?

Ich werde jetzt ein Päuschen einlegen und wünsche dir einen wundervollen Tag.

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