Achtsame Jahresplanung 2024 für Selbständige

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In diesem Artikel geht es darum, dass ich dir zeigen möchte, wie du deine Jahresplanung für deine Selbständigkeit achtsam gestalten kannst. Falls du jetzt schon etwas nervös wirst, weil ein Jahresplan (genau wie ein Businessplan) riesig und überfordernd für dich klingt, atme dreimal langsam durch. Wir schaffen das gemeinsam 🙂

Ich werde dir hier nichts versprechen und nichts vorschreiben, und auch nicht sagen, was es braucht, dass ein Jahr für dich erfolgreich wird. Ich habe dir hier einfach einen Ansatz in neun Schritten, der dich achtsam durch diesen Prozess führen kann.

Wahrscheinlich möchtest auch du nicht ausbrennen in deinem Herzensbusiness. Deswegen ist es für mich so essentiell, achtsam zu planen, Pausen zu machen und in meinem Tempo zu wachsen. Also lass uns loslegen.

Achtsam planen, achtsam wachsen

„Schneller, höher, länger“, das Motto vom Kapitalismus, ist weder für Menschen, noch für den Planeten gesund. Du weisst am besten, wie viel Ressourcen du hast, egal ob finanzielle oder zeitliche. Du kannst entscheiden, ob du dich überforderst oder forderst. Du kannst achtsam planen und deine Selbstständigkeit achtsam wachsen lassen. Wenn ich mich die allermeiste Zeit meiner Arbeitsstunden wohl fühle und das tue, was ich gerne und gut tue, ist das für mich deutlich mehr Wert, als dass ich innerhalb einer gewissen Zeit komplett von meiner Selbstständigkeit leben kann, dafür aber vielleicht sehr viel andere Bereiche meines Lebens „opfern“ muss.

Wie du eine achtsame Jahresplanung erstellen kannst

1. Reflexion

Überlege dir erst einmal, was bei dir in diesem Jahr gut gelaufen ist, und was weniger. Folgende Fragen können dir da helfen:

  • Mit was bin ich zufrieden, mit was weniger?
  • Welche Ziele habe ich erreicht, welche nicht und welche habe ich vielleicht übertroffen?
  • Wie habe ich mich in diesem Jahr gefühlt?
  • Was hat mich erfüllt, was hat mich gestresst, was hat mich zufrieden gemacht?
  • Was war mir wirklich wichtig und was davon konnte ich umsetzen?
  • Welche Projekte sind noch in der Umsetzung, welche abgeschlossen?
  • War das Jahr für mich erfolgreich (in meiner Definition von Erfolg)?
  • Was in mir hat zu viel, was zu wenig Platz bekommen?

2. Was ist dir wirklich wichtig?

Obwohl ich ein grosser Fan bin von klaren Feierabendzeiten und freien Wochenenden, glaube ich nicht daran, dass man Arbeit und Privatleben komplett trennen kann.

Also starte ich bei meiner Jahresplanung jeweils damit, erst mal mein ganzes Leben zu betrachten und mich zu fragen:

  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Wie will ich mich im nächsten Jahr hauptsächlich fühlen?
  • Welche Werte möchte ich noch mehr leben?
  • Was in mir möchte gelebt werden?
  • Wo und wann brauche ich Pausen?
  • Wieso tue ich, was ich tue?
  • Was motiviert mich?
  • Welche Visionen habe ich?

Je nachdem was da alles so raus kommt, ist es auch wichtig, dass du Prioritäten setzt. Wir sind alles Menschen mit 24 Stunden am Tag. Schlaf, Erholung, Pausen, Zeit für Freunde und Familie ist ebenso wichtig, wie Geld zu verdienen.

3. SMARTe Ziele

Als nächster Schritt kommen die SMART-Ziele zum Einsatz. SMART steht für:

  • Spezifisch: Was genau möchte ich erreichen?
  • Messbar: Wie kann ich es messbar machen?
  • Attraktiv: Wie wichtig ist es mir?
  • Realistisch: Kann ich mein Ziel erreichen?
  • Terminiert: Bis wann möchte ich das Ziel erreichen?

Wie du siehst, geht es darum, dass du ein Ziel nicht oberflächlich beschreibst und dann gar nie weisst, ob und wann und wie du es erreicht hast.

Ein SMARTes Ziel, was ich mir letztes Jahr gesetzt hatte, war beispielsweise:

  • Spezifisch: Ich möchte jeden Monat mindestens einen Blogartikel, für meine Zielgruppe (nachhaltigen Selbständigen) zu Designthemen schreiben.
  • Messbar: 12 Artikel in 12 Monaten. Die Artikel sollen mindestens 800 Wörter lang sein.
  • Attraktiv: Ich möchte dies tun, weil ich meiner Zielgruppe (nachhaltigen Selbstständige) mit Themen rund um nachhaltiges Grafik- und Webdesign helfen möchte und ich so meine Expertise zeigen kann. Mein Blog ist ein Teil meiner Marketingstrategie, es ist mir wichtig, dass ich guten und regelmässigen Content auf meinem Blog habe. Zudem schreibe und recherchiere ich sehr gern.
  • Realistisch: Ich kann mir gut einmal pro Monat 4-8 Stunden pro Artikel Zeit nehmen und kann mir diese auch als Blockertage gut einplanen.
  • Terminiert: Am Ende des Jahres kann ich kontrollieren, ob ich mindestens 12 Artikel online habe (pro Monat einen).

4. Privatleben integrieren

Wie oben schon erwähnt, darfst du auch deine Freizeit mit einplanen. Wenn du es schwierig findest, Pausen zu machen (glaub mir, ich weiss von was ich da rede…), plane auch schon diese mit ein. Blockiere Wochenenden, wo du nichts tun, in einem Buch versinken oder auf einen Berg steigen darfst. Plane deine Urlaubstage und Feiertage ein, damit du siehst, dass da Raum zum Atmen ist.

Natürlich kann es auch sinnvoll sein, deine Hobbys mit einzuplanen. Ich zum Beispiel markiere mir gerne schon die Chorkonzerte, damit ich, wenn möglich, davor nicht gerade einen riesigen Auftrag fertig machen muss.

Auch Geburtstage, Familienfeste, fixe Treffen mit Freunden oder was auch immer dir noch Kraft gibt, kannst du bei der Planung berücksichtigen.

Die Jahresplanung 2024 ist teilweise auf dem Jahreskreiskalender von Buchfink Design zu sehen

5. Projekte planen

Durch deine messbaren Ziele kannst du nun klare Projekte definieren und sie in kleinere Schritte herunterbrechen. Falls du beispielsweise einen Blog anfangen möchtest, kannst du folgende „Unterprojekte“ definieren:

  • Das Technische: wie kannst du den Blog auf deiner Webseite integrieren? Was braucht es noch für Plugins etc.? Woher bekomme ich Bilder?
  • Das Wissen: wie geht eine Keyword-Research, wie lange sollte ein Artikel sein?
  • Das Schreiben: Welche Themen möchte ich in Blogartikeln diskutieren? Brauche ich jemanden, der/die lektoriert?

Je nachdem auf welchem Wissensstand du bist, kannst du dir unterschiedlich viel Zeit einräumen, im Internet recherchieren, welche Schritte wie lange gehen könnten und dann in noch kleinere „Päckchen“ einteilen. So ist es auch einfacher, nicht einen Berg vor dir zu sehen, sondern die einzelnen Schritte, hinter die du auch immer wieder Häkchen setzen kannst und somit merkst, dass du tatsächlich dem Gipfel näher kommst.

6. Auf Monate, Wochen, Tage herunterbrechen

Wenn du deine Projekte soweit beieinander hast, kannst du sie auf die Monate herunterbrechen. Danach auf die Wochen, und wenn du willst sogar auf die Tage. Da ich auch noch eine gewisse Freiheit haben möchte, schreibe ich mir nur fixe Daten oder Deadlines ein und gestalte den Rest vorneweg. Da funktionieren alle ein bisschen anders, wichtig ist nur, dass du einen Umgang findest, der für dich angenehm ist.

7. Plane Puffer ein und gebe dem Leben Raum

Egal ob du krank wirst oder irgend eine Krise oder auch ein Glücksfall in dein Leben tritt – das Leben ist nicht planbar. Deshalb plane dir auch etwas Pufferzeit ein, damit du atmen kannst, Pausen machen kannst und flexibel sein kannst. Denn schlussendlich weiss niemand von uns, wie lange er noch auf diesem wunderschönen Planeten sein darf. Es ist nicht verboten, einen Inspirationsspaziergang im Frühlingssonnenschein zu machen 😉

8. Den Überblick behalten

Jahresplanungen sind nicht dazu da, im November oder Dezember gemacht zu werden und danach komplett verstauben zu lassen. Sie können dich das ganze Jahr über unterstützen, dich auf das wirklich Wichtige zu fokussieren, dich zu motivieren und dich bestenfalls daran zu erinnern, dass auch mal Pause sein darf.

Es geht nämlich manchmal ganz schnell, dass man schwupps-die-wupps einen halben Tag mit etwas verbracht hat (Social Media scrollen, irgendwas im Netz recherchieren, auf Youtube Tutorials anzugucken,…), ohne dass dies eingeplant oder auch wirklich nützlich für dich oder deine Selbstständigkeit wäre. Mit etwas mehr Planung können solche „Zeitfresser“ etwas im Rahmen gehalten werden. Was übrigens nicht heisst, dass du dir keine Zeit nehmen darfst, spezifisch etwas mit Youtube-Tutorials zu erlernen ;).

9. Deinen eigenen Erfolg feiern

Erlaube dir, deine Erfolge (deren Definition du selbst bestimmst) auch zu feiern, am Ende des Jahres und auch bei wichtigen Zwischenschritten.

Digital oder Print?

Egal ob du dir eine Agenda kaufst oder Onlinetools wie Trello nutzt – es gibt viele tolle Möglichkeiten, die Jahresplanung zu erstellen. Wenn es deine erste ist, lohnt es sich vielleicht mit einer Vorlage zu arbeiten, damit du im Prozess geleitet wirst und das Rad nicht komplett neu erfinden musst.

Du willst wissen wie ich das handhabe? Ich arbeite mit meinem Jahreskreiskalender, der alle Tage des Jahres in Kreisform anzeigt. So habe ich einen wunderbaren Überblick. Zusätzlich reflektiere ich in meinem Begleitheft dazu. Neue Ideen und kurzfristige To-Dos verwalte ich digital über meine Nextcloud-Notizen, so dass ich sie per Handy von überall ergänzen kann.

Michelles Hand ist mit dem Jahreskreiskalender an der Wand zu sehen, die Hand hält einen Stift, um ihr Jahresplanung auszufüllen

Egal für welchen Weg du dich entscheidest, sinnvoll ist es, wenn du es schriftlich (oder sonst wie kreativ) festhältst, damit du nächstes Jahr in der Reflexionsphase auch siehst, wie was gelaufen ist und du deine Pläne anpassen kannst.

Falls du dich jetzt fragst, was das runde coole Ding auf den Bildern in diesem Artikel ist: Das ist etwas Eigenwerbung für meinen Jahreskreiskalender. Im Shop findest du ihn und das dazugehörige Begleitheft mit vielen Ritualen und Reflexions-Fragen, um immer wieder zu dir gelangen.

Ich wünsche dir ein ganz wundervolles, erfolgreiches nächstes Jahr – was auch immer das für dich bedeuten mag.

 

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